5 Massnahmen, um in der KI-Transformation nicht abgehängt zu werden
- Dr. Joël Krapf

- 3. März
- 3 Min. Lesezeit
Die prominenten KI-Gestalter aus den USA sparen aktuell nicht damit, die kurz bevorstehende (gesellschaftliche) Disruption herbeizureden.
Dario Amodei, CEO Antrophic im Mai 2025: "50% of entry-level white collar jobs will be eliminated within 1-5 years."
Sam Altman, CEO OpenAI im Januar 2026: "Early versions of true superintelligence may be only a couple of years away".
Demis Hassabis, CEO Google DeepMind im Januar 2026: "AGI could arrive within the next 5 to 8 years."
Und nun gerade kürzlich im Februar 2026: Mustafa Suleyman, CEO Microsoft AI: "Most professional tasks will be fully automated by AI within 12-18 months."
Nun muss man solche Aussagen immer mit grosser Vorsicht geniessen.
Hier sprechen die CEOs von Unternehmen, die gerade ganz ganz ganz viel Geld ausgeben, um eben jene beschriebene Zukunft zu erreichen.
Würden sie nicht so sprechen, würden ihnen die Investoren auch nicht mehr so viel Geld zur Verfügung stellen.
Nichtsdestotrotz: Wenn ich mit Executives von Unternehmen im DACH-Raum zu ihrem aktuellen Stand bei KI spreche, dann erhalte ich am häufigsten Versionen von Antworten wie diesen:
"KI ist sehr wichtig für uns. Wir sind gerade an der Erarbeitung einer Strategie und sollten diese bis im Sommer 2026 haben. Dann wissen wir, was wir tun werden."
"Wir wissen, dass KI für uns sehr wichtig ist. Aber aktuell müssen wir zuerst unsere Hausaufgaben machen und erst einmal die Grundlage für eine Digitalisierung schaffen."
"Wir sind bereits sehr weit mit KI. Unsere Mitarbeitende haben alle Zugang zu Microsoft Co-Pilot. Die Nutzung der Tools ist aber aktuell eher auf einem tiefen Level."
Nun, da gibt es gelinde gesagt eine Lücke zwischen dem, was die KI-Avantgardisten aus Übersee sagen, und was wir aktuell im DACH-Raum tun.
Was wir aber mit Sicherheit sagen können: Wir müssen endlich ins Handeln kommen, anstatt wie früher über Monate hinweg einen Plan zu machen. Dafür ist die (Business-)Welt zu schnell geworden. Hier fünf Dinge, die ich Organisationen empfehle, welche sich in den obenstehenden Zitaten wiedererkennen: 1️⃣ Mit höchster Dringlichkeit und Überzeugung in die Entwicklung einer agilen Kultur investieren. Ja, Agilität scheint als Buzzword ausgedient. Wenn deine Organisation aber im KI-Zeitalter immer noch Monate braucht, um eine Strategie zu entwickeln, dann ist die Kultur nicht dort, wo sie sein soll. Egal ob es nun agile Kultur, Lernkultur, Lernende Organisation, Ambidextrie, Resilienz oder auch anders genannt wird.
2️⃣ Jede:r Wissensarbeiter:in muss im Job adäquaten Zugang zu GenAI-Tools haben und darin unterstützt/befähigt werden, diese auch produktiv für ihre Funktion zu nutzen. Nein, eine Co-Pilot Tool-Schulung genügt nicht. Auch nicht ein Lunch & Learn über den Mittag. Was es braucht: eine regelmässige, funktionsspezifische Kompetenzentwicklung. Wer in der Wissensarbeit nicht intensiv mit KI arbeitet, wir sehr sehr schnell abgehängt.
3️⃣ Damit beginnen, Daten professionell und korrekt sammeln. Daten sind schon lange das neue Öl. Im KI-Zeitalter wird es für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Entsprechend ist es zentral, Prozesse und Tools zu etablieren, damit zukünftige KI-Projekte proprietäre Daten nutzen können. 4️⃣ Use Cases definieren und iterativ umsetzen. Da sich die Potenziale von KI so schnell entwickeln, gibt es eigentlich nur 2 Optionen: Entweder gar nie anfangen, oder iterativ dranbleiben. Das behutsame, wasserfallartige Vorgehen, das noch vielerorts angewendet wird, führt lediglich dazu, dass sehr viel Kapazität für etwas verschwendet wird, das nie das Licht der Welt erblicken wird. Deshalb, Fokus auf Schnelligkeit: Rasch umsetzen, iterativ weiterentwickeln - und dabei akzeptieren, dass es nicht immer effizient ist. 5️⃣ Kill your own company. Eine (alte) Methode aus den 90er Jahren, doch aktuell sehr angebracht. Hier geht es darum: wenn du dein Unternehmen nochmals bauen könntest, aber mit einem AI-First Ansatz: wie würdest du das machen? Der Fokus liegt hier auf: wie würde ich das Kundenproblem neu lösen? Weg von alten Mustern. Hin zu neuen Wegen, KI zu nutzen. Und auf dieser Basis dann ein neues AI-First Geschäftsmodell einführen. Denn wenn du es nicht machst, dann kommt bald ein AI-First Start-up, und wird den Platz von deinem Unternehmen übernehmen.















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