Hast du das Bermuda-Dreieck von Shared Leadership schon erlebt?
- Dr. Joël Krapf

- 31. März
- 2 Min. Lesezeit
Wer hat schon das Bermuda-Dreieck von Shared Leadership erlebt?Überlebt gar?Immer mehr Organisationen setzen auf Shared Leadership. Also die Verteilung der klassischen Führungsrolle auf mehrere Personen. Der wohl meist gewählte Ansatz ist die Aufteilung der hierarchischen Teamleitung auf drei unterschiedliche Führungsrollen:
▶️ Inhaltsverantwortung (Produkt Owner, Value Stream Owner etc.)
▶️ Team-/Prozessverantwortung (Scrum Master, RTE etc.)
▶️ Mitarbeitendenverantwortung (People Lead, Chapter Lead etc.)
Das Problem mit diesem Ansatz:
In den meisten Organisationen funktioniert er oft nur in guten Zeiten.
Wenn überhaupt.
Schon nur der Übergang von klassischer Führungsrollen zu Shared Leadership ist für viele Organisationen schwierig, weil er eine "Entmachtung" der klassischen Führungsperson bedeutet.
Doch auch wenn Shared Leadership eingeführt wurde, heisst das nicht automatisch, dass es besser wird. Wurde.
In vielen Organisationen, die ich erlebt habe, funktioniert der Ansatz nur solange, bis eine schwierige, unangenehme Entscheidung getroffen werden muss.
Denn mit Shared Leadership ist es nicht nur einfacher, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Es ist auch komplexer, eine anspruchsvolle Führungssituation (gemeinsam) zu lösen.
Die wenigsten Organisationen arbeiten bewusst an dieser Zusammenarbeit der verschiedenen Führungsrollen.
Viele glauben, mit der Einführung der neuen Rollen ist es getan. Wenn der Change ernst genommen wird, dann gibt es vielleicht noch Leadership-Schulungen für die verschiedenen (neuen) Führungsrollen.
Sidenote: wobei hier oft die Diskussion aufkommt: darf eine Person, die "in der Linie" keine Person führt, überhaupt in eine Leadership-Schulung?
(Meine Antwort: ja, sie muss sogar).
Sollen wir also auf Shared Leadership verzichten?
Ich glaube nein.
Die Aufteilung von Führungsrollen macht die Führungsverantwortung und -komplexität bewusster.
Zudem können Organisationen so diese unterschiedlichen Rollen mit den besten Kompetenzen besetzen.
Es ist wie beim Fussball: Wenn ich einen Stürmer, einen Verteidiger und einen Torwart mit unterschiedlichen Personen besetzen kann, erhalte ich besser geeignete Personen für jede Position, als wenn jede Position von einer Person übernommen werden muss.
Aber:
Organisationen müssen besser überlegen: wo und wie sie diese Shared Leadership Rollen aufteilen.
Das Fussballbeispiel oben zeigt auch auf, dass mehr Kapazität für diese Führungsrollen eingesetzt wird - und dies ist für viele Unternehmen finanziell nur tragbar, wenn damit auch eine Umgestaltung der Teamstrukturen einhergeht.
Und wenn sich der Kontext für eine Shared Leadership Aufteilung eignet, dann braucht es wie erwähnt auch eine Investition in die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Führungsrollen.
Denn nur so können Organisationen das Bermuda Dreieck von Shared Leadership vermeiden, wo sich niemand für die Führungssituation verantwortlich fühlt.



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