Fake Agile ist tot. Doch echte Agilität steht vor einer Blütezeit
- Dr. Joël Krapf

- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Fake Agile ist tot.
Doch echte Agilität scheint kurz vor einer Blütezeit.
In den letzten 2-3 Jahren galt das Motto:
Wer hat noch nicht, wer will nochmal?
Agilität wurde mindestens so oft für tot erklärt wie PowerPoint scheinbar von KI abgelöst wurde (nicht).
Auch in meinem Umfeld schienen sich immer weniger für das Thema Agilität zu interessieren.
Bis jetzt.
Was ich immer mehr feststelle:
KI macht für viele das erste Mal so richtig spürbar, wie schnell sich die Welt verändert.
Das nicht von ungefähr: OpenAI veröffentlichte im 2025 jeden dritten Tag ein neues Feature; und ist gleichzeitig schon längst nicht mehr der einzige Innovationstreiber von KI.
Ja, die Welt hat sich schon immer verändert.
Schon vor 2’500 Jahren wusste man “Die einzige Konstante ist der Wandel” (Heraklit).
Doch was einzigartig scheint: Das erste Mal scheinen wir es wirklich zu glauben.
Ich kann mich noch gut erinnern, als vor über 10 Jahren das Konzept der Agilität so richtig Fuss fasste im DACH-Raum.
Und noch besser kann ich mich erinnern, wie schwierig es anfangs war, Unternehmen davon zu überzeugen, dass Agilität einen Wert bringt.
Man bemühte sich mit dem Kodak und Nokia Beispielen.
Leitete von einem Akronym aus dem Kalten Krieg (VUCA) die Veränderungsnotwendigkeit ab.
Und nicht selten bemühte man sich mit zwiespältigen Motiven auch dem Trend zu New Work und Selbstorganisation.
Heute scheint Agilität nicht mehr aktuell.
Und gleichzeitig stellen sich so viele Organisationen und Menschen die Frage:
Wie kann ich mit dieser Entwicklungsgeschwindigkeit Schritt halten?
Nun, die Antwort ist aus meiner Sicht trivial:
Ja, ”Fake Agile” ist tot.
Doch “reale Agilität” scheint vor der Wiederauferstehung.
Was heisst das konkret:
➡️ Wir führen nicht mehr “Agile Frameworks” ein, um dann doch alte Planungs- und Kontrollstrukturen beizubehalten.
➡️ Wir hören damit auf, Scrum, SAFe etc. mit einem Wasserfall-Paradigma zu nutzen und so die Delivery langsamer und starrer zu machen als bei einem klassischen Ansatz mit einem anpassungsfähigen Projektteam
➡️ Wir verabschieden uns davon, “agile” Organisationsansätze (Soziokratie, Holokratie, Helix-Modell etc.) dafür zu missbrauchen, traditionelle Entscheidungshierarchien zu festigen
➡️ Wir beginnen Organisationsroutinen zu etablieren, womit wir wirklich in kurzer Zeit Mehrwert auf den Markt bringen
➡️ Wir stärken Führungsrollen in den Organisationen, damit Organisationen auf allen Ebenen und in allen Dimensionen rasch und gut entscheiden können
➡️Wir führen Organisationsformen ein, die sich für die Komplexität der Realität zweckmässig zeigen
Im Leben, so sagt man, braucht es manchmal einen Schritt zurück, um zwei Schritte vorwärts zu machen.
Mein Eindruck ist, dass dies aktuell mit dem Konzept der Agilität genau so passiert.



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