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Nicht KI wird dich deinen Job kosten, sondern deine unreflektierte Nutzung davon

  • Autorenbild: Dr. Joël Krapf
    Dr. Joël Krapf
  • 13. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Gerade geht das Beispiel viral, bei dem ein Zeitungsartikel mit dem Satz endet: "If you want, I can also create an even snappier “front-page style” version with punchy one-line stats [...]. Do you want me to do that?"


Offensichtlich ein Journalist, der gedankenlos ChatGPT-Output in das finale Produkt reinkopiert hat.


Kürzlich musste Deloitte Australien eine sechsstellige Summe bezahlen, weil sie in einem Beratungsprojekt eine Studie ablieferten, in der mehrere Quellen und Zitate frei erfunden waren - von KI.


Vor einigen Wochen ging der Fall viral, bei dem Migros das Layout einer Weihnachts-Kekse-Box nicht überprüft hat - und plötzlich hatte das Rentier fünf Beine.


Vor einigen Monaten mussten Anwälte in den USA eine finanzielle Busse bezahlen, weil sie ChatGPT (und damit Referenzen zu nicht existierenden Gesetzesartikel) für ihre rechtliche Argumentation nutzten.


Aktuell ist die allgemeine Reaktion auf solche Fälle noch ambivalent: Einige stören sich an der offensichtlich fehlenden Qualitätskontrolle. Andere finden es positiv, weil es zeigt, dass die Person bzw. das Unternehmen mit KI experimentiert.


Doch das Problem ist nur vordergründig die fehlende Überprüfung von KI-Ergebnissen. Tiefgründig ist es ein Symptom, dass wir bei der Nutzung von KI unser Hirn abschalten. Das führt dazu, dass wir uns tatsächlich überflüssig machen. Denn, wenn wir KI-Ergebnisse nicht überprüfen, warum sollte es uns dann noch brauchen?


Generative KI macht bekanntlich Fehler. Es liegt in der "Natur" der Modelle. Eine Überprüfung ist deshalb in den meisten Use Cases unerlässlich. Aber noch viel wichtiger ist es, unsere Rolle in der Nutzung von KI zu hinterfragen. Wenn wir zur hirnlosen Copy + Paste Figur verkommen, dann wir es uns tatsächlich nicht mehr lange brauchen.


Ich persönlich sehe in KI aber die grosse Chance, dass wir uns noch stärker auf unsere Reflexionskraft, auf unsere Kreativität, auf unsere Umsetzungsfähigkeit konzentrieren können. Aus meiner Sicht gehört die Zukunft gehört jenen, die KI als Co-Pilot nutzen und weiterhin im "Driver-Seat" bleiben.



 
 
 

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