Schaffen wir uns selbst ab?
- Dr. Joël Krapf

- 5. März
- 1 Min. Lesezeit
Wir Menschen optimieren uns gerade selbst aus dem Spiel.
In Gesprächen mit Business Leaders höre ich quasi nur eine Priorität:
Kosten sparen.
Mit künstlicher Intelligenz.
Aber auch generell.
Wenn ich mit Menschen jeglicher Funktion und Rolle spreche, dann höre ich quasi nur:
Alles wird schneller. Hektischer.
Trotz KI.
Vielmehr: wegen KI.
Die Nutzung von KI macht uns in der Wissensarbeit scheinbar schneller.
Noch nie war eine Mail. Ein Konzept. Eine Idee so nahe.
Die FOMO-Haltung von Unternehmen verstärkt diesen Drang nach Schnelligkeit. Der wirtschaftliche und politische Druck noch mehr.
Und das Resultat?
Wir produzieren mit KI Mittelmass.
E-Mails, Konzepte, Ideen.
So austauschbar wie mittlerweile die verschiedenen LLM-Anbieter.
Weil wir nicht mehr selbst denken.
Uns die Zeit nicht nehmen, innovativ zu sein.
Nicht mehr reflektieren, was denn wirklich für ein (Kunden-)Problem gelöst werden soll.
Wenn wir so weitermachen, dann bringen wir unsere eigene Befürchtung zur Realität:
Die KI übernimmt unsere Arbeit.
Ich selbst glaube:
Wie bei so vielem haben wir eine Wahl.
Wir können wählen, ob wir KI gedankenlos nutzen und Mittelmass produzieren wollen.
Oder ob wir KI als Unterstützung sehen, die uns besser macht.
Wenn wir sie mit unseren Fähigkeiten kombinieren.
Wie gelingt das?
Wir müssen uns Zeit nehmen, zu denken. Zu reflektieren.
Das mag sich am Anfang unproduktiv anfühlen. Doch nur so schaffen wir es.
Das heisst nicht, dass man sich für zwei Wochen in eine Berghütte einschliesst und nur reflektiert (auch wenn das in gewissen Situationen auch hilfreich sein kann).
Schon nur 5-10 Minuten intensive Reflexion vor, während und nach der KI-Nutzung kann das Resultat deutlich verbessern.



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